Warum viele Serviceprobleme keine Einzelfälle sind
Wenn Kunden mehrfach anrufen, widersprüchliche Aussagen erhalten oder wochenlang auf eine Lösung warten, liegt das selten am fehlenden Willen der Agents. In den meisten Fällen fehlen klare Eskalations- und Übergabeprozesse. Genau hier entscheidet sich, ob ein Callcenter entlastet oder zusätzliche Probleme erzeugt.
Eskalation bedeutet nicht Scheitern. Sie ist ein notwendiger Bestandteil professioneller Serviceprozesse.
Was Eskalation im Callcenter wirklich heißt
Eskalation beschreibt die strukturierte Weitergabe eines Anliegens, wenn es nicht auf der aktuellen Ebene gelöst werden kann. Entscheidend ist dabei nicht das Weiterleiten selbst, sondern die Art und Weise.
Eine saubere Eskalation stellt sicher, dass:
- alle relevanten Informationen vollständig übergeben werden
- keine erneuten Rückfragen nötig sind
- Verantwortlichkeiten klar geregelt sind
- der Kunde über den nächsten Schritt informiert ist
- Bearbeitungszeiten nachvollziehbar bleiben
Typische Bruchstellen in der Praxis
Viele Callcenter verfügen zwar über Eskalationsstufen, diese sind jedoch unklar oder nicht verbindlich geregelt.
- Übergaben erfolgen mündlich statt dokumentiert
- Zuständigkeiten wechseln mehrfach
- interne Abteilungen reagieren verzögert
- Rückmeldungen an den Kunden bleiben aus
- Agents verlieren die Kontrolle über den Vorgang
Übergabeprozesse als unterschätzter Qualitätsfaktor
Jede Übergabe ist ein kritischer Moment. Je häufiger ein Anliegen den Bearbeiter wechselt, desto höher ist das Risiko von Informationsverlust. Kunden erleben das als mangelnde Kompetenz, auch wenn intern korrekt gearbeitet wird.
Besonders relevant ist dieser Punkt im Zusammenhang mit der First Call Resolution. Je schlechter Übergaben funktionieren, desto geringer ist die Lösungsquote beim ersten Kontakt.
Wie professionelle Eskalationsstufen aufgebaut sind
Bewährte Callcenter arbeiten mit klar definierten Ebenen. Jede Ebene hat festgelegte Kompetenzen und Reaktionszeiten.
- erste Ebene für Standardanfragen und Routinen
- zweite Ebene für fachliche Klärungen
- dritte Ebene für Sonderfälle und Entscheidungen
- klare Rückmeldungspflichten je Eskalationsstufe
- transparente Dokumentation für alle Beteiligten
Warum Eskalation ohne Entscheidungsspielraum scheitert
Eskalationsprozesse funktionieren nur, wenn Entscheidungskompetenzen klar geregelt sind. Wenn jede Rückfrage erneut geprüft werden muss, entstehen Verzögerungen und Frust.
Ein gutes Zusammenspiel zeigt sich dort, wo Agents innerhalb definierter Grenzen selbst entscheiden dürfen und nur echte Sonderfälle eskaliert werden.
Rolle des Auftraggebers bei Übergabeprozessen
Auch Unternehmen tragen Verantwortung. Ein Callcenter kann nur so gut eskalieren, wie interne Ansprechpartner erreichbar sind. Fehlende Rückmeldungen oder unklare Zuständigkeiten wirken sich direkt auf die Servicequalität aus.
Hier zeigt sich auch der Zusammenhang zu Service Level Vorgaben. Eskalationen müssen zeitlich abgesichert sein, sonst bleiben sie wirkungslos.
Was Sie vor der Beauftragung klären sollten
Fragen Sie nicht nur nach Erreichbarkeit. Klären Sie konkret, wie Eskalationen ablaufen und wer wann verantwortlich ist.
- Wie viele Eskalationsstufen gibt es
- Welche Entscheidungskompetenzen haben Agents
- Wie erfolgt die Dokumentation
- Welche Reaktionszeiten gelten intern
- Wie wird der Kunde informiert
Eskalation als Zeichen von Professionalität
Gut geregelte Eskalations und Übergabeprozesse sind kein Schwächezeichen. Sie zeigen, dass Service ernst genommen wird. Auf primaProfi finden Sie Callcenter Anbieter, die mit klaren Strukturen arbeiten und Eskalationen als Teil professioneller Kundenbetreuung verstehen.
Dieser Inhalt wurde sorgfältig erstellt und stammt aus der Redaktion von primaProfi. Mehr Infos unter Redaktion & Methodik.
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